Organisation des Informatikunterrichts
Das Fach Informatik wird am Mariengymnasium als Wahlpflichtfach in den Jahrgangstufen 8 und 9 und als Grundkurs in den Jahrgangsstufen 10-13 jeweils im Umfang von 3 Wochenstunden unterrichtet. Im Abitur kann das Fach Informatik sowohl als schriftliches als auch als mündliches Abiturfach gewählt werden.
Informatik im Wahlpflichtbereich der Sekundarstufe I
In den von der Gesellschaft für Informatik herausgegebenen Grundsätzen und Standards für die Informatik in der Schule heißt es in Bezug auf die Ziele des Informatikunterrichts in der Sekundarstufe I:
„Das übergeordnete Ziel informatischer Bildung in Schulen ist es, Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ein Leben in einer Informationsgesellschaft vorzubereiten, das maßgeblich durch den verbreiteten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich geprägt ist. Jede Schülerin und jeder Schüler soll dazu in die Lage versetzt werden, auf einem der jeweiligen Schulart angemessenen Niveau den grundlegenden Aufbau von »Informatiksystemen« und deren Funktionsweise zu verstehen, um damit einerseits deren zielgerichtete Anwendung bei der Lösung von Problemen, aber auch die leichte Erschließung anderer Systeme der gleichen Anwendung zu ermöglichen.“
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, erwerben die Schülerinnen und Schüler im Informatikunterricht sowohl prozess- als auch inhaltsbezogene Kompetenzen, die langfristig und produktunabhängig nutzbar sind. Wesentlich dabei ist, dass die Lernenden nicht nur die Handhabung und Bedienung von Informatiksystem erlernen, sondern auch die dahinter verborgenen Prinzipien erkennen und verstehen.
Durch die Akzentuierung ausgewählter Themenbereiche, wie z.B. „Internet“ oder „Robotik“, wird nicht nur den aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung getragen, sondern es werden auch die Interessen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.
Unterrichtsinhalte in der Jgst. 8: Informationsdarstellung und -übertragung, Datenschutz und Datensicherheit, Umgang mit Anwendungssoftware
- Informationsdarstellung mit Textdokumenten
- Informationsdarstellung mit Grafikdokumenten
- Vernetzte Informationsstrukturen – Das Internet
- Kryptologie – Die Lehre vom Geheimen
Unterrichtsinhalte in der Jgst. 9: Robotik, Algorithmik, Programmierung
- Einführung in die Programmierung - Programmierung von Lego Mindstorms-Robotern
- Roboter-Projekt zur Vertiefung der Programmierkenntnisse
- Algorithmisches Problemlösen – Entwurf, Implementierung und Beurteilung von Algorithmen (mit Robot Karol)
- Beschreibungssprachen: Erstellung einer Webseite mit HTML/CSS oder Gestaltung dreidimensionaler Grafiken mit POV-Ray
Informatik in der Sekundarstufe II
Der Informatikunterricht in der Sekundarstufe II folgt den Richtlinien und Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den Vorgaben für das Zentralabitur in NRW. Daher ist es selbstverständlich auch möglich, Informatik als mündliches oder als schriftliches Abiturfach zu wählen.
Im Informatikunterricht der gymnasialen Oberstufe sollen die Schülerinnen und Schüler vertiefende Informatische Kompetenzen erwerben, die qualitativ über eine informations- und kommunikationstechnologische Grundbildung hinausgehen. Dazu rücken insbesondere generalisierbare Techniken zur Modellbildung und zur (Weiter-)Entwicklung von Anwendungssystemen sowie Verfahren zur Analyse und Bewertung vorliegender Informatiksysteme ins Zentrum unverzichtbarer fachlicher Inhalte.
Die Fachschaft Informatik nimmt dabei besondere Rücksicht auf die Schülerinnen und Schüler, die im Wahlpflichtbereich der Sekundarstufe I keinen Informatikunterricht hatten. Die Inhalte aus dem Wahlpflichtbereich sind keine Voraussetzung für den Informatikunterricht der gymnasialen Oberstufe.
Darüber hinaus soll der Informatikunterricht der gymnasialen Oberstufe die Schülerinnen und Schüler natürlich auch auf die Anforderungen im Zentralabitur vorbereiten. Als Grundlage für die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen in der Qualifikationsphase dienen daher die Vorgaben für das Zentralabitur in NRW. Die Verpflichtung zur Beachtung der gesamten Obligatorik des Faches laut Lehrplan einschließlich der verbindlichen didaktischen Orientierungen des Faches bleibt von diesen inhaltlichen Schwerpunktsetzungen unberührt.
Als Programmiersprache wird in der Sekundarstufe II die plattformunabhängige Sprache „Java“ eingesetzt. Für einzelne Unterrichtsreihen können jedoch auch andere Sprachen (z.B. Prolog) verwendet werden.
Unterrichtsinhalte in der Einführungsphase (Jgst. 10)
In der Einführungsphase erlernen die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der Programmiersprache Java. Dazu benutzen wir die Java-Lernumgebungen „Greenfoot“ und „BlueJ“, die speziell für Unterrichtszwecke entwickelt wurden. Zur Gestaltung von grafischen Benutzeroberflächen kann ab Ende der Jahrgangstufe 10 auch der „Java-Editor“ verwendet werden.
Die inhaltlichen Schwerpunkte in der Einführungsphase bilden:
- Grundlagen der Objektorientierten Programmierung (OOP)
- Algorithmik und Kontrollstrukturen
- Objektorientierte Modellierung unter Verwendung von UML-Klassendiagrammen
- Gestaltung und Anbindung einer grafischen Benutzeroberfläche
Unterrichtsinhalte in der Qualifikationsphase (Jgst. 11 und 12)
Zur Festlegung der Inhalte hat die Fachschaft Informatik aus den Vorgaben für das Zentralabitur (Stand: Abiturjahrgang 2012/2013) neben den obligatorischen Schwerpunkten I.1, I.2 die Schwerpunkte I.3 und III ausgewählt. Demnach sind in der Qualifikationsphase die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte zu setzen:
I. Objektorientiertes Modellieren und Implementieren von kontextbezogenen Anwendungen
I.1 Konzepte des objektorientierten Modellierens
- Klasse, Objekt, Attribut, Methode, Geheimnisprinzip
- Klassendiagramme
- Beziehungen zwischen Klassen: (Gerichtete) Assoziation mit Multiplizität, Vererbung
- Abstrakte Klassen, Polymorphie
I.2 Datenstrukturen
- Lineare Strukturen
- Baumstrukturen
I.3 Modellieren und implementieren kontextbezogener Problemstellungen als Netzwerkanwendungen
- Netzwerkprotokolle
- Client-Anwendungen
- Client-Server-Anwendungen
- Kryptografie
III. Endliche Automaten und formale Sprachen
- Modellieren kontextbezogener Problemstellungen als deterministische endliche Automaten
- Darstellung von deterministischen endlichen Automaten als Graph und als Tabelle
- Formale Sprachen: Reguläre Sprachen und ihre Grammatiken
Wettbewerbe und sonstige Aktivitäten
- Teilnahme am Schüler-Wettbewerb "Informatik-Biber"
- Präsentation der Lego-Mindstorms-Roboter am "Tag der offenen Tür"
Links
Software
Unterricht
Java-Buch "Java ist auch eine Insel"
Lernpfad: GUI-Programmierung mit dem Java-Editor
Informationen zum Fach Informatik im Zentralabitur
Sonstiges
Gesellschaft für Informatik e.V.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 30. November 2011 10:29

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